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Zurück in Beit Jala

Seit meiner Rückkehr nach Beit Jala, ist wieder einiges geschehen. Die erste Woche nach den Ferien lief, wie nicht anders erwartet, sehr chaotisch ab. Die Hälfte unserer Schüler hatten nach den Ferien vergessen, dass sie auch Geige spielten, wodurch wir nicht so viel Unterricht hatten und uns selbst langsam wieder an den Schulalltag gewöhnen konnten.

Langsam aber sicher merke ich aber, wie die Schüler Fortschritte machen. Während es am Anfang schien, als ob wir gar nicht vorankommen würden, bin ich jetzt manchmal überrascht, wie schnell sie manche Dinge verstehen.

Auch beim Arabischlernen geht es vorwärts. Obwohl ich immer noch den anderen Volontären hinterherhinke, was Vokabeln angeht, verstehe ich langsam immer mehr und Lisas und meine Arabischlehrerin versucht jetzt so viel wie möglich mit uns arabisch zu sprechen und englisch nur noch, wenn wir nachfragen.

Letzte Woche Montag war dann mein Geburtstag, den wir natürlich ausgiebig gefeiert haben und da die meisten von uns Dienstag erst zur 5. haben, war das auch gar kein Problem. Als ich dann Dienstag in meine 8. Klasse gekommen bin, wurde ich mit „Zum Geburtstag viel Glück“ begrüßt.

Donnerstagabend hat Marion (die Klassenlehrerin unserer 8ten) Marius, Felix und mich zum Essen eingeladen und wir sind nach Jerusalem gefahren in die German Colony, wo es sehr viele gute Restaurants gibt und haben Steak gegessen. Danach haben wir uns noch mit Suha, Meike, Lena und Lisa in der Neustadt getroffen und sind in einen Club gegangen, wo wir dann noch Merphie trafen.

Merphie ist eine Freundin von mir aus Jerusalem, deren Eltern orthodox sind. Da sie damit aber nichts anfangen kann, führt sie so eine Art Doppelleben. Sie geht in eine religiöse Mädchenschule und befolgt zu Hause die Regeln, die man als orthodoxe Jüdin einzuhalten hat, verhält sich aber sobald sie von zu Hause weg ist, wie jedes andere sekuläre Mädchen. Sie hat mich diese Woche total überrascht, da sie mir eröffnete, sie würde mich besuchen kommen. Ich hatte sie schon ein paar Mal gefragt, ob sie nicht Lust hätte vorbeizukommen, aber da hatte sie jedes Mal abgelehnt (Die meisten Israelis kennen, wenn überhaupt, Beit Jala nur als das Dorf, von wo aus Scharfschützen nach Gilo geschossen haben während der zweiten Intifada).


Nachdem ich Freitag meine erste Orchesterprobe hatte, mit einem kleinen Volontärsorchester, das ich organisiere, kam mich am Samstag dann Merphie besuchen. Dazu habe ich sie auch Jerusalem abgeholt und bin mit ihr zusammen mit dem arabischen Bus nach Talitha gefahren. Merphie war sehr nervös, nur sehr wenige Israelis trauen sich in die West Bank... Als ich ihr die Schule zeigte war auch ich sehr nervös, weil ich merkte wie sie angeschaut wurde. Es war nichts feindliches in den Blicken, aber man merkte, dass die Schüler ihren Augen nicht recht trauen wollten. Die meisten von ihnen kennen Israelis nur als Soldaten. Danach ging ich mit ihr in meine 8.Klasse, die sich mal wieder daneben benahm, was sie allerdings nicht so störte und nachdem Boudur und Joanna rausgeschmissen wurden, ging es auch wieder ganz ruhig zu. Bei der Fahrt zurück nach Jerusalem, waren wir beide wieder ziemlich aufgeregt, weil wir durch den Checkpoint mussten und nicht wussten, ob die Soldaten uns nicht komische Sachen fragen würden, weil eine israelische Jüdin mit einem arabischen Bus fährt, der auch noch aus der A-Zone kommt. Es ging allerdings total einfach. Sie guckten nur auf ihren Ausweis und sagten gar nichts. Obwohl der Ausflug keine Vergnügungsfahrt war, war es trotzdem sehr interessant und Merphie meinte, sie sei froh gewesen, hier gewesen zu sein.

26.1.10 09:14
 
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